Chronik

1910 Der "alte" Schützenverein
Nach Aussage älterer Einwohner hat schon 1910 ein Schützenverein bestanden. Dies ist auch durch Unterlagen wie z.B. die vollständige Satzung oder auch durch einen Zeitungsartikel aus damaliger Zeit dokumentiert.
Zu dem Schützenverein hatten sich damals Einwohner der Bauernschaften Lehrte und Bückelte zusammengeschlossen, um gemeinsam Schützenfest zu feiern. Diese sollten, wie in der noch erhaltenen Satzung angegeben:
... die Liebe zu Kaiser und Reich beleben, Gemeinsinn und Zusammenhalt wecken und fördern ...
... rohe, ausgelassene Festlichkeiten wie Fastnachts- und Schattelbiere unterdrücken ...
... Anstand und Sittlichkeit unterstützen ...
Von einer Generalversammlung war ein Vereinsvorstand gewählt worden. Ihm gehörte ein Präsident, ein Kommandeur, ein Schriftführer und zwei Hauptleute an. Zusätzlich wurden zwei Offiziere als Königsbegleiter und zwei Revisoren bestimmt.
Aktives Vereinsmitglied konnte damals jeder unbescholtene Mensch ab 18 Jahren werden. Zum Festtermin wurde die Zeit vom 15. Mai bis 15. Juni bestimmt. Zum Festprogramm gehörten:
Der Umzug zum Festplatz, das Königsschießen auf Scheibe, Konzert und Festball, Volksbelustigung.
König konnte jedes unbescholtene Mitglied ab 21 Jahren werden. Der König wählte die Königin und 4 Ehrenherren, welche wiederum ihre Ehrendamen benannten. Beim Fest war jeder Teilnehmer verpflichtet, den Anordnungen der Vorgesetzten Folge zu leisten. Betrunkene Mitglieder waren von allen Umzügen ausgeschlossen.
Auf einem Schützenfest (vermutlich 1923) kam es bei der Organisation des Königs­gefolges zu persönlichen Verstimmungen, so dass sich der Verein auflöste und 60 Jahre später war der erste Schützen­verein in Vergessenheit geraten.
Der Wunsch vieler Lehrter und Bückelter Bürger nach einem eigenen Verein führte im September 1983 zur Gründung des Schützenvereins St. Laurentius Lehrte e.V..
1983 Die Gründung des Vereins
Im Jahr 1983 war Lehrte eine Gemeinde mit etwa 520 Einwohnern, ein Ort mit geselligen Vereinen, schönen Festen und einer lebendigen Gemeinschaft, aber ohne einen Schützenverein.
Im September 1983 wird endlich die Gründung des Schützenvereins St. Laurentius Lehrte e.V. in Angriff genommen.
Ziel des Vereins soll sein: ... der Gemeinschaft und Geselligkeit zu dienen und den Schießsport zu fördern. Dieses möge unserem Verein zu allen Zeiten gelingen ... nach dem Wahlspruch auf der Fahne: Zum Ziel schaun, auf Gott vertraun.
Im Juni 1983 planten Hans Jansen und Heinz Wulf die notwendigen Schritte zu einer Vereinsgründung. Sie beschlossen, eine Meinungsumfrage darüber durchzuführen. Unter Beteiligung von Alfons Uhlen, Heinz Glasker und Hermann Günnemann wurde die Befragung durchgeführt.
Von 179 Männern aus Lehrte sprachen sich 87 für die Vereinsgründung aus.
Ermutigt durch den Zuspruch wurde am 30.09.1983 eine Bürgerversammlung durchgeführt, durch die der Schützenverein Lehrte gegründet wurde.
Die Versammlung wählte Alfons Uhlen zum Wahlleiter für die Wahl des ersten Vereinsvorstandes.
Die Mitglieder des Vorstandes übernahmen die Aufgabe, den Schützenverein aufzubauen und möglichst bald ein Gründungsschützenfest zu organisieren. Bis zum Gründungsschützenfest hatte der Vorstand viele Maßnahmen zu beschließen und durchzuführen.
1983 Die erste Mitgliederversammlung
In der ersten Mitgliederversammlung am 16.11.1983 wurden wichtige Punkte für das Vereinsleben und das erste Schützenfest erarbeitet. Der Vereinsbeitrag wurde auf 20 DM festgelegt. Die Aufnahmegebühr betrug 20 DM. Das 1. Schützenfest sollte am 24.06.1984 auf dem vorgesehenen Gelände in der Siedlung stattfinden. Für das Königsschießen und den normalen Schießbetrieb werden zwei Luftgewehre angeschafft. Das 1. Schützenfest wurde an Herrn Albers aus Schnellten für 6500 DM verpachtet.
Zum Kassenprüfer wurden Hermann Cordes und Leo Lake gewählt. Zum Fahnenträger wurden gewählt: Georg Egbers, Heinz Gerdelmann, Heinz Cordes, Bernhard Schulte, Reinhard Droste und Paul Prinz.
Die Satzung des Vereins wird festgelegt, als Name wird Schützenverein St. Laurentius Lehrte e.V. festgelegt, und der Verein wird notariell eingetragen. Als Vereinslokal wird der Gasthof Redeker bestimmt. Die ersten Uniformen werden bestellt.
Außerdem werden am 09.02.1984 eine Königskette für 511,- DM und eine Krone für die Königin für 195,- DM angeschafft.
Eine in Gut Hange erstellte Fahne wird für 5000,- DM gekauft.
1983 Der erste Schützenkönig
Am 06.05.1984 wurde der erste König ausgeschossen. Der erste König wurde beim Vereinswirt Redeker im Keller ausgeschossen. Siegreich aus diesem Wettkampf ging Alfons Markus hervor. Alle nachfolgenden Könige erlangten ihre Königswürde im Wettkampf auf dem jetzigen Schützenplatz.
Zu dem ersten Thron gehörten König Alfons I. und seine Königin Josefa Markus; Willi und Anni Thyen; Franz und Hildegard Winkler; Bernhard und Elisabeth Suer; Laurenz und Ursula Redeker; als Thronadjudanten stellen sich Rainer und Waltraud Markus zur Verfügung.
Die Königsscheibe wurde am 18. Mai übergeben und die Regentschaft endete bereits nach 50 Tagen am 25.06.1984, dem Schützenfest Montag.
1984 Das Gründungsschützenfest
Am 24.06.1984 fand in Lehrte das Gründungsschützenfest statt. Bereits 96 Schützenbrüder trugen dabei eine Uniform. Zum Festumzug wurden Abordnungen aus den 11 Nachbarvereinen eingeladen. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Verein 159 Mitglieder.
Auf dem Parkplatz bei der Kirche versammelte man sich. Hier war für den Thron und die Ehrengäste eine Bühne errichtet worden. Zahlreichte Zuschauer gaben der Feier einen würdigen Rahmen. Die Festansprache hielt Bürger­meister Friedrich Berentzen, der mit Herrn Stadtdirektor Heinz Möllering die Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Haselünne übermittelte.
Der Redner leitete die Aufgabe der Schützen von der Bedeutung des Wortes schützen(=beschützen) her. Er erinnerte daran, dass der Schützenpatron St. Laurentius vor allem zwei wichtige menschliche Tugenden verkörpere: Treue und Caritas.
Nachdem der König in Begleitung des Kommandeurs die Ehrenformation abgeschritten war, formierten sich die 867 Schützen zum Festumzug.
Unter den Klängen des Lehrter Blasorchesters, des Spielmannszuges aus Haren und der Burgmannskapelle Haselünne geleiteten die Schützen seine Majestät Alfons I. mit dem Throngefolge durch die festlich geschmückten Straßen zum Festzelt.
Im vollbesetzten Festzelt wurde bis in die Morgenstunden gefeiert.
Der zweite Festtag begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Anschließend folgte die Kranzniederlegung am Ehrenmahl der Gefallenen und Vermißten auf dem Friedhof. Nach dem Frühstück im Festzelt wurde auf dem Schießstand im Schützenwäldchen das Königsschießen durchgeführt.
Hermann Cordes ging aus diesem Wettkampf als bester Schütze hervor. Er wurde zum neuen König proklamiert und bekam von seinem Vorgänger die Königskette überreicht. Die Beteiligung und Begeisterung am Preisschießen, an der Kinder­belustigung und am abendlichen Tanz war sehr groß. Der erfolgreiche Verlauf des Gründungsschützenfestes weckte Zuversicht für den Bestand des Vereins.
1984 Die Fahnenweihe

Zum Gründungsschützenfest hatte sich der Schützenverein eigens eine neue Fahne fertigen lassen. Sie wurde von den Ordensfrauen auf Gut Hange in 780 stündiger Arbeit erstellt und zeigt auf der einen Seite das Bild des heiligen Laurentius und auf der anderen Seite die Aufschrift:
Zum Ziel fest schauen - auf Gott vertrauen.
Die Kosten für die Fahne beliefen sich auf 5000,- DM.
Die Fahnenweihe wurde von Prälat Tebbel vorgenommen. Er wies in seiner Ansprache auf das Wirken des Kirchen- und Schützenpatrons St. Laurentius hin. Der Heilige lebte in der Zeit der Kirchenverfolgung. Er gilt als großes Vorbild für die Christenheit. Seinen Bekennermut bezahlte er mit dem Leben.
Schließe alle, die der Fahne folgen, zur Gemeinschaft des Friedens und der Hilfsbereitschaft zusammen,
betete der Geistliche.

1992 Bau der Schützenhalle
Bereits im Jahre 1988 wurde die Errichtung eines vereinseigenen Schießstandes diskutiert. Erste Planungen erfolgten in Richtung "Kauf einer Baracke von der WTD oder der EWE". Gespräche mit der Stadt Haselünne ergaben, das hierfür keine Baugenehmigung zu erwarten wäre.
Weitere Planungen gingen in Richtung Bau eines Luftschutz­bunkers mit dazugehöriger Schießanlage. Trotz offizieller Genehmigung der Landesregierung wurde diese Möglichkeit wegen zu großer finanzieller Risiken verworfen.
In der Mitgliederversammlung vom 22.06.1990 stellte der vom Vorstand gebildete Bauausschuss mit Hans Jansen, Heinz Wulf, Alfons Budden und Alfons Uhlen Pläne über den Bau der Schützenhalle sowie einen ausgearbeiteten Finanzierungsplan vor.
Die anwesenden Schützenbrüder stimmten mit 51 Ja-Stimmen und 20 Enthaltungen dem Antrag zum Neubau zu.
Für die Finanzierung der Halle zahlte jedes erwachsene Vereinsmitglied einmalig 150,- DM. Außerdem sollen die Baukosten durch Eigenleistungen der Schützen niedrig gehalten werden. Anträge auf Zuschüsse wurden bei Stadt und Landkreis gestellt.
Nachdem das Finanzierungskonzept feststand, wurde Ende 1990 der Bauantrag gestellt. Der Vorstand beauftragte den Architekt Josef Wulf mit der Bauleitung. Am 22.05.91 wurde die Baustelle abgesteckt und die Fundamente ausgehoben.
Die Arbeiten gingen dank tatkräftiger Hilfe vieler Vereinsmitglieder zügig voran. Allerdings ging auch manchmal etwas schief. So musste der fast fertige Dachstuhl noch einmal "zerlegt" werden, da man sich mit den Balken versehen hatte. Bei dieser Arbeit zeichnete sich besonders Josef Tremmel aus.
Bereis beim Schützenfest konnten die Schießveranstaltungen im Neubau durchgeführt werden. Der 1. Teil war gerichtet und mit Folie bespannt.
Das eigentliche Richtfest wurde im Oktober gefeiert.Die Schlußabnahme der fertigen Schützenhalle erfolgte am 11.06.1992. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten 173 Mitglieder 6808 Stunden aktiv mitgearbeitet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 147.000 DM. Dieser günstige Preis ist nur durch die gute Arbeit des Bauausschusses und der Mithilfe so vieler Mitglieder möglich gewesen.
1992 Das Richtfest

Am 04.10.1991 konnte auf dem Schützenplatz in Lehrte der Festakt zum Richtfest des neuen Schützenhauses gefeiert werden. Nach knapp fünfmonatiger Bauzeit wurde der erste Bauabschnitt fertiggestellt.
Enorm seien der Einsatz und die Spenden­bereit­schaft der Lehrter und Bückelter Bürger bemerkte der Vorsitzende Hans Jansen in seiner Ansprache nicht ohne Stolz. Bis zum Richtfest wurde von den Schützenbrüdern bereits 2450 Stunden freiwilliger Arbeitseinsatz geleistet. Vom 14 jährigen Schüler bis zum 76 jährigen Rentner als Zimmermeister werkelte man in der Abendstunden und an den Samstagen.

1993 Einweihung der Schützenhalle
"Lehrter Schützenhaus ein Schmuckstück" titelte die Meppener Tagespost anlässlich der Einweihungsfeier. Viel Lob bekam der Schützenverein St. Laurentius Lehrte bei der Grundsteinlegung und Einweihung des Schützenhauses.
Innerhalb eines Jahres haben die Schützen aus Lehrte und Bückelte ein Bauwerk geschaffen, das bei den Gästen und zahlreichen Bürgern beider Ortsteile höchste Anerkennung fand. Bürgermeister Gerhard Sandhaus, der mit Stadtabgeordneten und den Ortsvorstehern Bernhard Möllering (Lehrte) und Bernhard Robben (Bückelte) der Einweihung beiwohnte, übermittelte die Glückwünsche der Stadt Haselünne und betonte, ... die Vereine sind die tragenden Säulen in den Ortschaften ....
Franz Brauer, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Haselünne und Lehrte, der gemeinsam mit Prälat Wilhelm Tebbel, Ehrenmitglied des Vereins, die Einweihung des Schützenhauses vornahm, glaubt: "dass aus diesem Haus etwas wird, was Bückelte und Lehrte prägt".
Respekt zollte Architekt Josef Wulf dem Verein, der in über 6800 freiwilligen Arbeitsstunden den größten Teil des Gebäudes errichtet hat. Besondere Erwähnung fand der kunstvolle Fachwerkgiebel.
Nach seiner Absprache übergab der Architekt dem 1. Vorsitzenden Hans Jansen den Schlüssel der Schützenhalle. Dieser lud im Anschluss alle Gäste zu einer Besichtigung ein.
1993 Schützenfest zum 10jährigen Jubiläum des Vereins
Dafür wurde der Verein ganz besonders herausgeputzt. Es wurden alle Schützenvereine aus Haselünne sowie die Nachbarvereine aus Helte, Teglingen, und Bokeloh eingeladen. Bei sonnigem Wetter traten die eingeladenen Vereine unter Anwesenheit geladener Ehrengäste und vieler interessierter Zuschauer bei der St. Laurentiuskirche an. Nachdem sie durch den 1. Vorsitzenden Hans Jansen begrüßt worden waren, zog ein langer Schützenzug durch die geschmückten Straßen zum Schützenplatz. Für musikalische Begleitung sorgten die Musikkapelle aus Haren-Erika, die jedes Jahr den Schützenumzug begleiten, die Burgmannskapelle aus Haselünne und das Lehrter Blasorchester. Unter Regentschaft von König Heinz I. Glasker wurde ein buntes und erinnerungswertes Schützenfest gefeiert.
2008 Schützenfest zum 25jährigen Jubiläum des Vereins
Am Freitag begann das Fest mit dem Jugendkönigschießen. Sebastian Günnemann hatte die besten Nerven und gewann das Stechen.
Danach wurde unter allen anwesenden Laurentiuskönigen der Kaiser ausgeschossen. Siegreich ging Hans-Josef Elias als 1. Kaiser des Vereins hervor. Im Anschluss erfolgte der Kommersabend, der von fantastisch vielen Gästen besucht wurde. Hier wurde auch der "Kaiserthron" und verdiente Schützenbrüder geehrt. Das Lehrter Blasorchester verschönte den Abend und die Vereine und Gruppen aus Lehrte und Bückelte gratulierten dem Verein.
Am Samstag war wie jedes Jahr Jugendtanz angesagt.
Schon am Sonntag um 13.15 Uhr war an vier Punkten im Dorf Antreten zum Sternenmarsch. Insgesamt marschierten über 1.000 Schützen und Musiker in Richtung Sportplatz des SV Grün-Weiß Lehrte. Dort wurden sie von den Ehrengästen und dem 1. Vorsitzenden Heinz Wulf begrüßt. Nach den Festansprachen und Grußworten der Ehrengäste und Gremien, zog der Festumzug durch das Dorf und endete schließlich im Festzelt. Bei den Darbietungen der einzelnen Musikkapellen wurde die Geselligkeit unter den Schützenvereinen bei Kaffee und Kuchen und einigen Getränken gefördert.
Der Königsthron um Herbert II. Korte marschierte dann um 20.30 Uhr ins Festzelt. Nach der Preisverteilung des Schießens vom Nachmittag wurde im Festzelt ausgiebig bis in die Morgenstunden gefeiert.
Der Schützenfestmontag begann mit dem Kirchgang um 08.30 Uhr. Anschließend zugen die Schützen dann zur Kranzniederlegung zum Ehrenmal. Im Festzelt wurde nach den Beförderungen gefrühstückt. Ab 10.00 Uhr begann das Königsschießen. Stechen um Stechen verringerte die Zahl der Anwärter auf den Königsthron. Leo I Künneken wurde anschließend unter dem Applaus der Gäste ins Zelt getragen, wo er als erste Amtshandlung sein Throngefolge wählte.